Justizminister hält Vortrag zum Thema Patientenverfügung

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 MdL und NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (v.l.) hier mit Marlies Stotz, Albert von der Beeck und Martin Fischer in der Begegnungsstätte der AWO in Anröchte.

Es betrifft nicht nur die älteren Generationen, sondern auch die jüngeren. Ein schwerer Autounfall oder eine plötzliche schwere Krankheit und man kann nicht mehr selbst über sein Vermögen oder seine Möglichkeiten der ärztlichen Behandlung entscheiden. Über die Themen Vorsorgevollmacht und Betreuungsrecht referierte am Mittwochnachmittag auf Einladung der SPD Anröchte MdL und NRW-Justizminister Thomas Kutschaty in der Begegnungsstätte der Awo in Anröchte. „Vertrauen ist das A und O“, machte Thomas Kutschaty in seinem Vortrag deutlich. „Sie müssen ein sehr gutes Verhältnis zu der Person haben, der Sie die Vollmacht ausstellen.“

Den zahlreichen Besuchern in der Begegnungsstätte erklärte er, was eine Vorsorgevollmacht, was eine Patientenverfügung und was eine Betreuungsverfügung ist. „Stellen Sie sich vor, Sie kommen in die Situation, dass Sie nicht mehr klar bei Verstand sind“, so der Justizminister. „Dann prüft das Amtsgericht anhand eines Gutachtens den geistigen Zustand des Patienten. Wenn dann der Richter überzeugt wurde, wird der Person ein Betreuer zur Seite gestellt. Das kann jemand aus dem Familienkreis sein, aber auch Ehrenamtliche, Mitarbeiter aus Betreuungsvereinen oder hauptamtliche Betreuer.“ Bei der Vorsorgevollmacht wird unter anderem festgelegt, wer die Bankgeschäfte erledigt, wer sich um Behörden- und Versicherungsangelegenheiten und wer sich um die ärztliche Versorgung kümmert. „Sie können auch mehrere Personen bevollmächtigen“, so Kutschaty. „Allerdings würde ich die Aufgabenbereiche dann ganz klar aufteilen, weil es sonst Streitigkeiten geben könnte.“ Bei der Betreuungsverfügung kann u.a. bestimmt werden, wer Betreuer werden soll. Auch Personen, die keinesfalls als Betreuer in Betracht gezogen werden, können festgelegt werden. Eine Patientenverfügung tritt dann in Kraft, wenn ein Patient nicht mehr selbst über seine medizinische Behandlung entscheiden kann. Dann muss ein Bevollmächtigter oder Betreuer für den Patienten entscheiden. Ist weder ein Bevollmächtigter noch ein Betreuer bereitgestellt, muss bei eilbedürftigen Maßnahmen der Arzt nach dem Willen des Patienten entscheiden. Bei der Veranstaltung anwesend war auch die SPD-Landtagsabgeordnete Marlies Stotz. Fraktionsvorsitzender Martin Fischer und Ortsverein-Vorsitzender Albert von der Beeck dankten Kutschaty für seinen Vortrag.